Nach einem interessanten Aufenthalt in Dunedin (wobei die 2 Tage dort deutlich zu wenig sind, weil man dort wirklich viel unternehmen kann, insbesondere kulturell) sind wir nach Mt.Cook gefahren, bzw. Mt.Cook Village im Mt.Cook National Park, wo auch unerwarteter Weise der Berg Mt.Cook liegt. Wir sind erst spaet Nachmittags am Donnerstag angekommen, haben im YHA Hostel eingecheckt (welches etwa ein eineinhalb mal so teuer ist wie ueblich). Im Village haben wir dann auch nochmal die Wettervorhersage fuer den naechsten Tag bekommen sowie weitere Infos ueber den Weg, den wir gehen wollten.
Karfreitag sind wir dann frueh aufgestanden, dann Sachen gepackt um zur Oeffnungszeit der DOC Office um Punkt 8.30 Uhr vor Ort zu sein. Die Wettervorhersage dort war immer noch gut: Sonnenschein und am Nachmittag eine Kaltfront von Osten her, die Wolken und Regen mit sich bringen soll. Ein Blick nach draussen bestaetigte den Sonnenschein, also habe ich keine Sekunde gezoegert und die Tickets fuer die Mueller Hut gekauft. Im DOC Office mussten wir uns auch registrieren, bzw. unseren Plan fuer den Tag aufschreiben, sowie Adresse von Angehoerigen angeben, falls irgendwas Schreckliches passiert, z.B. Lawinenverschuettung, Ausrutschen und vom Hang fallen, in Gletscherspalten fallen oder schlicht und einfach nur Verschwinden ;)
Den Wagen haben wir am Parkplatz vom Campingplatz abgestellt, Rucksack uebergeworfen und losmarschiert. Zuerst gings leicht Bergauf und sehr bald hatten wir einen schoenen Ausblick auf den Mueller-Gletscher-See und den Mueller Gletscher selbst, sowie den Hooker Gletscher, Mt.Cook und Mt.Sefton und etliche weitere Gipfel und kleinere Gletscher.
Der Weg war anfangs ein normaler Tramping Track, wurde dann aber nach ca. 15 Minuten eher steil. Das gings ca. 2 Stunden durchgaengig steil rauf bis zu den Sealy Tarns, kleine Bergseen auf einer kurzen Ebene in ca. 1200m Hoehe. Lydia kraxelte noch irgendwo weiter unten rum, daher bin ich nach einer kurzen Pause weiter gegangen, nachdem ich noch einige Fotos gemacht habe, bzw. gegenseitig von und mit anderen fotografieren lassen habe. Der Tag war ziemlich sonnig und sehr warm und ich war ganz schoen am schwitzen.
Ab den Sealy Tarns war der weitere Weg als Route klassifiziert, d.h. es gab keinen richtigen Pfad mehr sondern nur noch Marker, die etwa alle 100m aufgestellt waren. Es wurde auch wesentlich steiler und schwieriger - man musste teilweise mit Haendern und Fuessen ueber Felsen und Steine klettern. So gings dann fuer ca. 2 Stunden weiter, bis endlich die Mueller Hut (Hoehe ca. 1800m) auf einem Plateau sichtbar wurde, ab dann wars relativ leicht und nur noch ca. 10-15 Minuten weit. An der Mueller Hut warteten auch schon einige anderen Wanderer, die jeden Ankoemmling mit Jubel und Applaus begruessten.
Erleichtert habe ich mir erstmal einen Tee gemacht, und auf Lydia gewartet. Gemeinsam sind wir nach einer laengeren Pause die letzten 100m auf den Gipfel des Mt.Ollivier (Hoehe 1933m) geklettert. Das ging dann ueber dicke Felsen; ohne den Rucksack ging das natuerlich wesentlich einfacher. Oben angekommen belohnte uns ein fantastischer Ausblick auf das Mt.Cook Tal, Hooker Valley (Tal) und Gletscher, Mueller Gletscher, Mt. Sefton und einige andere Gipfel und Gletscher. Der Mt.Ollivier war uebrigens der erste Berg, den Sir Edmund Hillary bestiegen hat (als Anfang seiner Karriere, bevor er einige Jahre spaeter als erster den Mt.Everest bestieg); selbiger hat auch die neue Mueller Hut vor ein paar Jahren eingeweiht.
Gegen Abend wurden wir von einigen Keas besucht, die sich fuer uns und die Huette interessierten und auch gar nicht scheu waren. Jedenfalls posierten sie gerne fuer Fotos und pickten an allem rum, was irgendwie interessant aussah.
In der Huette gab es keinen Hut-Warden, also mussten wir auf uns selbst aufpassen; es waren insgesamt vielleicht noch 20 andere an diesem Abend da. Um 19 Uhr hat sich dann per Funk die DOC Basis von Mt.Cook Village gemeldet, die um diese Zeit alle Huetten anfunken um einen Wetterbericht abzugeben und um nachzufragen, wer alles auf den Huetten ist, um dies mit den Eintraegen zu vergleichen, die vor der Wanderung gemacht wurden (um sicherzustellen, dass niemand vermisst wird). Das war schon ganz interessant.
Die ganze Zeit in der Huette konnte man regelmaessig auch Lawinen sehen und insbesondere auch hoeren - ein tiefes Grummeln und eine leichte Erschuetterung. Und zwar bewegen sich die Gletscher vom gegenueberliegenden Mt.Sefton vorwaerts und fallen dann teilweise etliche hundert Meter als Lawinen herunter. Die geschieht etwa alle 20-30 Minuten.
Fliessend Wasser gabs keins, man musste sich aus den Wassertanks draussen immer was holen. Es gab jedoch Gaskocher und sogar Licht, welches aus Solarzellen versorgt wurde. Das Licht ging jedoch nur fuer ca. eine Stunde, danach mussten wir Kerzen benutzen.
Abends haben wir noch mit den anderen Karten gespielt, aber um 21-22 Uhr war so ziemlich jeder im Bett.
Am naechsten Tag, Ostersamstag, bin ich um 7 Uhr wachgeworden und habe nach draussen geguckt: es war kalt und nebelig und war sogar ein wenig am Schneien. Im Laufe des Vormittags ging dies dann in Nieselregen ueber, aber die ganze Zeit blieb es nebelig und trueb. Dies war eine dicke Wolkenschicht, die etwa ab 1000m Hoehe anfing. Daher haben wir bis um 12 Uhr Mittags gewartet in der Hoffnung das sich das Wetter aufbessert. Da dies nicht geschah, sind wir trotzdem losgegangen. Man konnte noch einigermasse den jeweils naechsten Marker sehen, aber es war trotzdem nicht einfach, da die Landschaft nur aus Felsen bestand und man keine anderen Anhaltspunkte hatte als den jeweils naechsten Marker.
Der Abstieg war recht schwierig und rutschig und ich habe mich auch einmal lang gelegt. Nach den Sealy Tarns waren wir aber durch die Wolkenschicht durch und die Sicht wurde wieder besser. Insgesamt hat der Abstieg nur 2,5 Stunden gedauert.
Erleichter am Wagen angekommen haben wir erstmal die Sachen verstaut und haben eine Pause gemacht. Die Wanderung haben wir dann am DOC Office abgeschlossen, wo wir uns letztendlich abmeldeten.
Die Wanderung war bisher eine meiner schoensten Touren! Hat sich sehr gelohnt! Ich habe zwar einen Muskelkater an der Oberseite der Oberschenkel (vom steilen Abstieg), einige Schrammen hier und da, aber das gute Gefuehl, so eine schoene Wanderung gemacht zu haben.
Heute sind wir in Christchurch und morgen gehts fuer mich nach Picton, wo ich Dienstag morgens mit der Faehre zur Nordinsel uebersetze. Lydia wir dann auf der Suedinsel bleiben, und ich werde mich noch ausgiebig mit dem Tongariro Crossing beschaeftigen - dazu dann mehr wenn's soweit ist.
Bis dahin wuensche ich euch allen noch schoene Ostern!!!!!!!
--------
Unfortunately I don't have the time to write everything in english again, but to give you a brief summary:
I just finished the Mueller Hut route yesterday! It was a tough and steep walk, but the rewarding views of Mt.Cook was definitely worth it. I stayed overnight in the Mueller hut and went back the next day, through some thick clouds and wet conditions, but I arrived safely in the car park again :)
Now I'm in Christchurch an planning the next days!
Happy Easter everyone!!
Sunday, 8 April 2007
In Sir Edmund Hillary's Footsteps or the Misty Mountains Part 2
Subscribe to:
Post Comments (Atom)


No comments:
Post a Comment